Trainingsvariante: Schnelle Bergläufe

Für das Training im Vorfeld bedeutet dies, viele Tempobergläufe durchzuführen. Ein intensives Berglauftraining war schon beim Lauf Künzelsau-Berlin ein Erfolgsrezept, das sich bewährt hat, und auch dieses Mal zu einem zentralen Trainingsmittel zählt. Natürlich ist es eingebettet in bekannte Trainingsformen und vor allem viele lange, lockere Regenerationsläufe.

Trainingsvariante: Frühsport

Auch der Frühsport vor dem Frühstück um 6:00 Uhr über 10 km mit abschließenden Bergsprints hat sich bewährt.

Gerade Frühsporteinheiten, zum Teil dabei  auch schwer angezogen (2 Mäntel), sowie Tempoverschärfungen und anschließendes Wechselduschen konnte ich nach einer kurzen Phase der Gewöhnung problemlos durchführen.

Mit der Zeit hatte ich auch mehr und mehr das Gefühl und auch die Bestätigung, den richtigen Biorhythmus gefunden zu haben. Dadurch konnte ich die körperliche Leistungsfähigkeit meiner Organsysteme zum richtigen Zeitpunkt sozusagen anzapfen.

Konsequenzen

Als Konsequenz darauf beschloss ich, die Frühsportvariante noch konsequenter auszubauen und effektiver zu gestalten. Konkret heißt das seit Oktober 2009: 5:00 Uhr Start, leichtes Einlaufen und  17-24 km zügiges Tempo auf schwierigem Streckenprofil

Diese Trainingsvariante mit abschließenden Bergsprints wurde mit 2 Anoraks durchgeführt. Abgeschlossen wurde diese Trainingseinheit mit Wechselduschen. Gerade auch die kalten Wasseranwendungen stabilisierten meine Vitalität und wirkten sich positiv auf mein Thermoregulationssystem aus.

Fazit dieser Trainingseinheit

Das Tempo konnte durch zahlreiche Zwischenintervalle oftmals gesteigert werden und dies trotz Nüchternstart. Das heißt es findet keine Nahrungsaufnahme vor dem Lauf statt, lediglich ausreichend Mineralwasser muss getrunken werden. Auch konnte ich mich an die starke Wärmeentwicklung aufgrund der beiden Anoraks und des Tempos in kürzester Zeit immer besser gewöhnen. Das Abrunden durch die Wechselduschen und manchmal das kurze Baden (4-5 Sekunden) im Breitenauer See aktivierten weiter förderlich mein Thermoregulationssystem, was zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit und einem verbesserten Regenerationsvermögen führte.

Die schnelle Gewöhnung an diese intensiven Frühsportlaufeinheiten und die Mühelosigkeit der Durchführung überraschten mich sehr positiv. Folgende Fragen stellten sich mir dabei:

Warum sind die Organsysteme und die Muskulatur frühmorgens so leistungsfähig?

Warum ist die Wärmeentwicklung, sprich die Thermoregulation, trotz des hohen Tempos und den zusätzlichen Anoraks nach kurzer Zeit so gut beherrschbar?

Warum ist es möglich frühmorgens gleich relativ problemlos weite Strecken zu laufen, zwar mit genügend Flüssigkeit, aber ohne Nahrungsaufnahme und trotzdem die Beinmuskulatur durch Intervalle und Tempoverschärfungen am Berg in diesem Maße fordern zu können?

Diese Fragen, abgeleitet durch die entwickelten Trainingsformen führten mich direkt in den Themenbereich der Evolutionsbiologie bzw. der Evolutionsmedizin.